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Zürichs Horrororte: 4 Gruselgeschichten für eine echte Schreckentour

Max Hailer Max Hailer - Redakteur

Zürichs Horrororte: 4 Gruselgeschichten für eine echte Schreckentour
Die schönste Stadt der Welt verbirgt so manches dunkle Geheimnis.

In seiner mehr als tausendjährigen Geschichte hat Zürich jede Art von Schrecken erlebt: Kriege, Epidemien, Massaker… Und auch wenn wir es nicht bemerken, haben diese die Strassen, auf denen wir gehen, und die Gebäude, in denen wir leben, geprägt.

Kommt also mit uns auf diese Entdeckungsreise durch die Horror-Legenden unserer Stadt.

Das entehrte Bauernmädchen am Uetliberg (Die drei Buchen auf Manegg)

Was heute nicht mehr als eine Ruine an einem Hang des Uetlibergs ist, war im Mittelalter die Burg eines bedeutenden Adelsgeschlechts: die Manegg der Manessen. Der Legende nach war einer der Herren von Manesse in ein schönes Bauernmädchen vernarrt und so entschied er, es zu verführen. 

Bild: Wikimedia Commons

Mit Versprechungen ewiger Liebe lockte er sie an einem Ort in der Nähe der Burg, der als die drei Buchen bekannt war. Als das von Ihr unbeabsichtigte „One-Night-Stand“ zu Ende kam, verliess der Adlige das Mädchen in Richtung seiner Burg. Verzweifelt und entehrt (damals wurde eine Frau, die ihre Jungfräulichkeit vor der Ehe verlor, öffentlich verachtet) , lief das Mädchen ihm hinterher und flehte ihn um Hilfe an. Er aber machte sich über sie lustig und liess seine Jagdhunde auf sie los.

Nun allein und völlig verzweifelt, beschloss das Mädchen, sich an demselben Ort das Leben zu nehmen, an dem ihr Liebhaber sie verlassen hatte. Heutzutage kann man sie in stürmischen Nächten immer noch neben dem Feuer sehen, wie sie sich an die Brust schlägt und die Hände nach dem Schloss ausstreckt.

Bild: Stadt Zürich, Amt für Städtebau, Archäologie: Joe Rohrer, bildebene.ch Visualisierung: St. Ägidius in Leimbach mit Ruine Manegg und Sihl-Übergang

Die Rache eines Niederdorfer Bäckers (Wackerbold)

Vor 700 Jahren hatte man in Europa eine völlig andere Auffassung von Strafen. Mit anderen Worten: Die Menschen wurden viel härter bestraft. So wurde im späten 13. Jahrhundert der Bäcker Wackerbold aus dem Niederdorf dazu verurteilt, am Ufer der Limmat neben dem Rathaus eingesperrt zu werden. Sein Käfig wurde mehrmals in das Wasser und den Schlamm des Flusses getaucht, während seine Nachbarn ihn verhöhnten und bespuckten. Sein Verbrechen: Er hatte zum Backen Sägemehl mit Mehl vermischt.

Offenbar empfand Wackerbold die Strafe auch ein bisschen zu viel, also plante er seine Rache. Langsam füllte er sein Haus mit trockenem Holz und Ästen, bis es bis zur Decke reichte. Dann machte er ein Feuer und verschwand, während das ganze Niederdorf brannte, für immer.

Das Rathaus im 15. Jahrhundert. Bild: Zentralbibliothek Zürich

Der fake Poltergeist am Zwingliplatz

Im Jahr 1701 lebte der Zürcher Oberpfarrer mit seiner Familie, einem Theologen und ein paar Dienstmädchen glücklich am Zwingliplatz 4. Bis eines Nachts seltsame Dinge passierten. Zuerst begann die kleine Glocke, die im Zimmer seiner Tochter hing, wild zu läuten, ohne dass sie sich überhaupt bewegte. Dann waren Schritte zu hören, die aus den obersten Stockwerken herunterkamen. Bücher flogen aus den Regalen. Möbel wurden verschoben. Türen knallten mitten in der Nacht.

Zwingliplatz und Grossmünster. Bild: Emil Schulthess / Kunsthaus Zürich

Der Pfarrer und seine Frau waren sich so sicher, dass ein Geist in ihrem Haus spukte, dass sie einen Wächter auf die Jagd schickten. Doch der Nachtwächter fand heraus, dass die wirklichen Täter der Theologe und die Dienstmädchen waren. Sie täuschten die Anwesenheit eines bösartigen Geistes vor, um ihre eigenen nächtlichen Abenteuer zu verbergen. Am Ende kostete der Scherz den Theologen seinen Kopf. Wie gesagt: Strafen wurden in einem anderen Licht gesehen.

Fataler Verrat am Uetliberg (Die Buhlerin auf Manegg)

Es ist nicht verwunderlich, dass von der Burg nur noch ein Denkmal und ein Brunnen übrig ist. Es ist offensichtlich, dass sie verflucht war. Im 14. Jahrhundert heiratete sein Herr, ein alter Ritter, eine junge Dame, die ihn verachtete. So sehr verspottete sie seine Schwäche und mangelnde Stärke, dass er sich einer Verschwörung gegen den Rat von Zürich anschloss, nur um seine Tapferkeit zu zeigen.

Aber in seiner Abwesenheit hatte die junge Frau ein heimliches Verhältnis mit dem Knappen des Ritters. Der Knappe war so besessen von ihr, dass er seinen Herrn ermordete und die Bewohner Zürichs beschuldigte.

Das Schloss Manegg in Mitte des Albis-Bergs Bild: Zentralbibliothek Zürich

Als die Verschwörung aufgedeckt wurde, verbrannten die Zürcher die Manegg. Und als das heimliche Liebespaar den Flammen entkommen wollte, erschien die Leiche des ermordeten Ritters und versperrte ihnen den Weg. Somit machte er sicher, dass sie vom Feuer zusammen mit seiner Burg vernichtet wurden.