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Secret Guides

3 beeindruckende Lost Places in der Schweiz

Max Hailer Max Hailer - Redakteur

3 beeindruckende Lost Places in der Schweiz
So selten es in unserem Land auch sein mag, es gibt auch heute noch verlassene, verfallene Orte, die durch ihre geheimnisvolle Atmosphäre „Urbexer“ anziehen. Diese drei sind die Beeindruckendsten.

In den letzten Jahren ist die Erkundung alter und verlassener Gebäude zu einem weltweiten Trend geworden. Mehr und mehr Abenteurer und ungestümer Fotografen versuchen, die romantische und geheimnisvolle Atmosphäre von Lost Places einzufangen. Selbst in der Schweiz, wo das Abreissen, um wieder aufzubauen, an Besessenheit grenzt.

Einige dieser Stadtforscher („Urbexer“) gehen so weit, dass sie auf der Suche nach dem Authentischen das Gesetz brechen und ihre eigene Gesundheit riskieren – was wir natürlich nicht gutheissen. Aber die Geschichte zu erfahren und die verfallenden Fassaden dieser drei Orte zu bewundern, ist sicherlich ein Abenteuer wert.

Sanatorio di Medoscio

Foto: Gian Paolo Torricelli / Open Edition Journals

Mit Blick auf die Mündung des Ticino in den Langensee steht ein ruinöses, fast hundert Jahre altes Gebäude, um das sich dunkle Gerüchte ranken. Es wurde 1932 für die Behandlung tuberkulosekranker Kinder gebaut und von Nonnen des St. Anna-Instituts in Luzern geleitet. Mit über 90 Betten, der spektakulären Aussicht  und angrenzenden Sonnengalerien war es sicherlich ein schöner Ort zum Heilen.

Doch fünfzig Jahre später war es obsolet und begann zu verfallen. 1985 wurde das Sanatorio geschlossen. Wie bei vielen anderen Lost Places gab es ein erfolgloses Projekt, es wieder zu nutzen. Abgesehen von seinem Aussehen und seiner privilegierten Lage über dem See sind vor allem die Berichte über nächtliche Schreie, angebliche schwarze Rituale und die Nutzung als Heim für Drogensüchtige.

Kraftwerk Chavalon

Foto: Keystone /Alessandro Della Bella

Seltener als verlassene Gebäude sind in der Schweiz verlassene technische Anlagen. Dies und seine besonders hohe Lage am Südhang des Rhonetals machen das Kraftwerk Chavalon besonders. Gebaut auf 825 m ü. M. und 450 m über dem Talboden, um die Rauchgase des erhitzten Schweröls besser entweichen zu lassen, war es von 1965 bis 1999 in Betrieb.

Seither reiht sich eine Nutzungsdebatte an die andere, ohne dass es zu einer Einigung kommt – weder beim Abriss noch beim Bau eines neuen Kraftwerks. Und solange keine Einigung erzielt wird, bleibt die gesamte Anlage so stehen, wie sie hinterlassen wurde – mehr oder weniger intakt.

Thermalbad Lostorf

Foto: Bruno Kissling / Solothurner Zeitung

Lostorf im Kanton Solothurn ist historisch gesehen für seine Thermalbäder bekannt. So war es keine Überraschung, als 1974 ein modernes und vielversprechendes Bad gebaut wurde. Was viele überraschen mag, ist, wie schnell es scheiterte. 1988 war es bereits bankrott, und 2002 wurde es schliesslich wegen Unrentabilität aufgegeben. Natürlich wurde über Renovierung oder Abriss nachgedacht, aber ebenfalls ohne Erfolg. Jetzt dient es nur noch dazu, dass Eindringlinge die verlassenen Becken und Hallen erkunden können.